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Ein bisschen Geschichte:Der Schapendoes ist ein ganz normaler Arbeitshund, wie es ihn schon seit Jahrhunderten bei den Schafherden in den Niederlanden gab. Er ist ein genügsamer, zotthaariger Hütehund. Mit seiner flinken Beweglichkeit und Intelligenz beherrschte er seine Herden. Dennoch wäre der Schapendoes beinahe ausgestorben, wenn nicht 1940 die namhaften Hundekenner Toepoel und Jungeling daran gegangen wären, in Holland bodenständige Rassen mit ihren typischen Merkmalen wieder aufzubauen.1942 wurden die ersten Exemplare ausgestellt, jedoch nicht gerichtet, da sie offiziell noch nicht anerkannt waren. Doch der Hund fand Liebhaber, und so gründeten erfahrene Züchter die "Vereniging de Nederlandse Schapendoes". Mit viel züchterischem Engagement gelang es, bis 1968 ein recht einheitliches Rassebild zu festigen. Die Rasse wurde vom niederländischen Hundeverband anerkannt. Durch Sachkenntnis und Enthusiasmus gelang es, eine herrliche Rasse zu erhalten und wieder neu erblühen zu lassen, deren Beliebtheit ständig wächst. Natürlich braucht eine Rasse, um bestehen zu können, einen gewissen Bekanntheitsgrad, aber zum "Modehund" soll sie nicht werden, das lehnen die Schapendoeszüchter ab. Das Aussehen:Die Schapendoezen sind zotthaarig, d.h. sie haben langes, hartes und trockenes Haar, das leicht gewellt ist. Die Farben sind meist grau, graublau mit schwarz, schwarz oder schwarz-weiß. Auch dreifarbige Hunde kommen vor, aber es gibt glücklicherweise keine Farb- und Abzeichenvorschriften. Die Hunde haben einen kräftigen Haarschopf und einen schönen Bart, der ihre Nase umgibt.Die Augen sind dunkelbraun, groß und von sehr dunklen Lidrändern umgeben. Die Ohren hängen und sind gut beweglich. Die Pfoten sind mit Fell gut behangen und mit dicken Ballen versehen. Die Körpergröße liegt bei Hündinnen zwischen ca. 40-47 cm, bei Rüden zwischen ca. 43-50 cm. Gemessen wird immer bis zur Schulter mit einem Stockmaß. Durch den nicht zu großen und leichtknochigen Körperbau sind Schapendoezen wendig und schnell. Wenn sie laufen, ist ihre gut behaarte, "befederte" Rute immer in Aktion. Beim langsamen Gehen wird die Rute leicht geschwungen nach schräg abwärts gehalten. Die Rute sollte niemals kringeln und über dem Rücken getragen werden. Das Wesen:Schapendoezen sind lebhaft, mutig, wenn es sein muss, und intelligent. Zum Spielen sind sie immer aufgelegt. Viele von ihnen gehen deshalb gern und ungezwungen mit Kindern um, weil die so herrliche Ausdauer haben. Allerdings ist ein tierisches Gemüt nie unbegrenzt belastbar. Zahlreiche Kinder, vor allem sehr kleine, quälen ihren Hund oder überfordern ihn. Meine Antonia z.B. wurde von Nachbarkindern durch häufiges Klopfen an der Haustüre schikaniert. Sie hat sich die Störenfriede genau gemerkt und begegnet deshalb einer bestimmen Altersgruppe sehr mißtrauisch. Wenn Eltern ihre Kinder mit einem Hund zusammen aufziehen wollen, müssen sie sich dieses Problems bewußt und bereit sein, auch den Hund vor ihren Kindern zu schützen. Der gutmütigste Hund kann ganz schnell verdorben sein, ohne dass dies seine "Schuld" oder die des Züchters wäre. Wer sich den viel beschworenen "kinderlieben Hund" wünscht, ohne willens zu sein, diese Liebe als wichtiges Gut ständig zu pflegen, sollte lieber die Finger von jedwedem Tier lassen.Schapendoezen sind auch wachsam, einzeln gehaltene Tier allerdings weniger. Schutzhunde sind sie nicht, denn ihnen liegt nichts daran, jemandem die Hosen zu zerreißen oder unaufhörlich herumzukläffen. Sie wissen genau, wann eine Sache geklärt ist. Allerdings wollen sie niemals in einen Zwinger eingesperrt oder gar an einer Kette angebunden sein, sonst zerbricht ihre empfindsame Hundeseele. Wenn ihre Besitzer sie als Familienmitglied anerkennen und ihnen mindestens eine Stunde täglich Zeit für Auslauf widmen, dann sind die Hunde zufrieden. So richtig glücklich sind sie, wenn ihre Familie bei ihnen ist und so oft wie nur möglich mit ihnen spielt, tobt und wandert, denn sie sind fröhliche und ausdauernde Tiere. Mit anderen Hunden vertragen Schapendoezen sich normalerweise gut. Das beruht wie bei Menschen auf Gegenseitigkeit. Wenn ein anderer Hund sie anknurrt, bewahren sie doch meist ihre Fassung. Sie sind friedliebend, aber nicht feige. Deshalb können ihre Besitzer auch sehr gerne Hundesport mit ihnen treiben und brauchen sich vor anderen Aktivitäten, bei denen mehrere Hunde dabei sind, nicht zu scheuen. Bei Kontakten von Rüden untereinander sollte man aber bei jedweder Art von Hunden aufmerksam sein. Es ist auch möglich, Schapendoezen mit anderen Tieren zu halten. Mein guter Kater Timmi verstand sich ganz ungezwungen mit allen unseren Hunden. Diese ihrerseits respektierten Timmi und ließen es sogar zu, dass er unter ihnen durchschlüpfte, wenn sie ihm im Weg herumstanden. Ich kenne zudem viele andere Schapendoes-Leute, bei denen Hund und Katz' genauso friedlich miteinander leben. Der Rüde Ainstein aus Delice's erstem Wurf hat sogar einen Hasen als Hausgenossen. Damit wären schon zwei sprichwörtliche Vorurteile über Hunde und ihre Feindschaften in Frage gestellt. Immer gilt aber: Nichts klappt ganz von selbst! Wichtig sind Vertrauen und Erziehung, ein bißchen Glück und ein Gefühl für Grenzen. Ein Meerschweinchen oder einen Hamster würde ich auch mit einem Schapendoes nicht zusammen lassen. Bei einem Papagei wäre ich eher in Sorge um den Hund... Die Pflege: Viele Menschen glauben, wenn ein Hund lange Haare hat, müssen zwangsläufig auch viele davon herumliegen. Das stimmt
so nicht. Schapendoezen verlieren normalerweise nicht allzu viele Haare. Lose Haare werden
zudem in ihrem langen, gewellten Fell festgehalten. Rassen mit kurz- und
stichelhaarigen oder feinen längeren Fellen können in dieser Beziehung viel
lästiger sein, wie man an der Kleidung und den Heimtextilien merkt. Die wenigen
herumliegenden Haarkringel eines Schapendoes sind gut sichtbar, verhaken sich
nicht und lassen sich gut aufnehmen. Dennoch wäre es falsch zu sagen, dass
Haare kein Thema wären. Es ist zudem alles relativ. Ein einzeln gehaltener
Schapendoes macht sich insoweit noch kaum bemerkbar, jedoch ist die
Haarproduktion meines Viererrudels nicht mehr zu übersehen. Wer sich davor
scheut oder gar ekelt, sollte sich lieber einen pflegeleichten Plüschhund
zulegen.
Die meisten Haare gehen im übrigen beim einwöchentlichen Kämmen und Bürsten mit aus. Bei jungen Schapendoezen ist das Fell noch recht weich und neigt deshalb dazu, etwas schneller zu verfilzen. Aber da die Jungen ja sowieso noch lernen müssen, wie man sich brav und ohne herumzualbern pflegen lassen muß, schadet es ohnehin nichts, wenn man die Bürsterei (Kämmen muß beim kurzen Babyfell nicht sein) öfter mal übt. Später ist darauf zu achten, dass gerade an den kitzeligen Stellen, wie hinter den Ohren, in den Achselhöhlen, am Bauch und Popo die Haare nicht verfilzen. Haare schneiden ist tabu. Die Hängeohren sollen regelmäßig kontrolliert werden. Sie dürfen nicht unangenehm riechen und schmutzig sein. Bei Bedarf nur vorsichtig mit einem sehr weichen Tüchlein ausreiben. Die Augen werden, falls nötig, mit einem weichen, feuchten Tuch zur Nase hin abgewischt. Die Zahnpflege verbindet man immer mit Angenehmem. So ist das regelmäßige Raspeln und Kauen an einem guten Kauknochen nicht schlecht. Was noch schöner empfunden wird: Wenn einer der Familie mit dem Spieltau mit den Hunden spielt. Dabei putzen sie ihre Zähne automatisch und haben auch noch Spaß dabei.
Verantwortlich und © 2001 ff.: Marianne & Dr. Jürgen Kübler, alle Rechte vorbehalten. |